{"id":1133,"date":"2002-09-24T00:00:05","date_gmt":"2002-09-24T00:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/?p=1133"},"modified":"2012-09-28T22:13:07","modified_gmt":"2012-09-28T22:13:07","slug":"dodo-schilein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=1133","title":{"rendered":"Dodo Schilein"},"content":{"rendered":"<p>24.09.2002<br \/>\nstaatsbank berlin<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0Handdrehorgel, Gitarre, Alltagsgegenst\u00e4nde &#8211;<\/strong><\/p>\n<p>Musik f\u00fcr eine Handdrehorgel I-VIII. Urspr\u00fcnglich stammt die Handdrehorgel mit Zungenschlag-Mechanik aus der Spieluhrensammlung meines Gro\u00dfvaters, der sie in Wien ersteigert hat. Bereits als Kind war ich von dieser Drehorgel fasziniert. So war es f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Freude, als ich sie dann 1998 von meinem Vater geschenkt bekam. Der ca. 50 x 50 x 40 cm gro\u00dfe Holzkasten wird mit einer Handkurbel betrieben, die einerseits den Blasebalken und andererseits die Lochplatten-Mechanik bet\u00e4tigt.<br \/>\nIch besitze eine Anzahl von Lochplatten alter volkst\u00fcmlicher Musik, die f\u00fcr diese Maschine vorgesehen waren. Ich konnte sehen, wie die Papplatten gestanzt und die Musikst\u00fccke umgesetzt wurden. So habe ich begonnen, eigene Kompositionen zu schreiben und selbst die Platten herzustellen.<br \/>\nBruchst\u00fccken bearbeitet die Grenzen und M\u00f6glichkeiten beim Spielen der E-Gitarre. Ohne weitere Effekte wird durch Abd\u00e4mpfen, R\u00fcckkopplungen, Pr\u00e4parationen etc. das Klang- und Ger\u00e4uschspektrum der Gitarre erforscht. Dieser Fundus von M\u00f6glichenkeiten wird mit den Parametern Rhythmus, Klangfarbe, Tempo, Modulation und Lautst\u00e4rke kombiniert. Dabei entsteht ein musikalischer Raum, der im Ablauf der Zeit improvisatorisch gestaltet wird. Die Improvisationen sind offene Spielformen, die im Augenblick entstehen. Es gibt konzeptuelle Grundmuster (Struktur) im Sinne klanglicher Ideen. Der Gitarrensound wird durch Klangschichtungen verdichtet, gedehnt, wiederholt, unterdr\u00fcckt und\/oder verst\u00e4rkt, als w\u00fcrde man an einer Skulptur oder einem Gedanken arbeiten, der sich von Moment zu Moment entwickelt und so seine Form erh\u00e4lt. Dieser Proze\u00df wird h\u00f6rbar gemacht.<br \/>\nAll-Tag sind St\u00fccke, in denen ich die Gestig und Intensit\u00e4t des Musizierens auf Alltagsgegenst\u00e4nde anwende &#8211; also Klang \/ Ger\u00e4usch \/ Musik jenseits eines Musikinstrumentes umsetze. Eine Gitarre z.B. hat an sich eine musikalische Vergangenheit, d.h. man bewegt sich bereits in einem festgelegten musikalischen Kontext. Alltagsgegenst\u00e4nde zu verwenden, die erstmal jenseits von Musik stehen, bedeutet f\u00fcr mich, die klangliche Umsetztung analytischer h\u00f6rbar zu machen. Das Ger\u00e4uschspektrum, das z.B. beim R\u00fchren eines Schneebesens im Milchtopf entsteht, wird improvisatorisch gegliedert durch Tempo, Rhythmus, Pausen, Lautst\u00e4rke etc. Es geht nicht um die Bewu\u00dftmachung des Alltagsger\u00e4usches, sondern um das Gestalten des Akustischen. (Dodo Schielein)<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit Staatsbank Franz\u00f6sische Strasse. Gef\u00f6rdert durch Initiative Neue Musik Berlin e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24.09.2002 staatsbank berlin &#8211;\u00a0Handdrehorgel, Gitarre, Alltagsgegenst\u00e4nde &#8211; Musik f\u00fcr eine Handdrehorgel I-VIII. Urspr\u00fcnglich stammt die Handdrehorgel mit Zungenschlag-Mechanik aus der Spieluhrensammlung meines Gro\u00dfvaters, der sie in Wien ersteigert hat. Bereits als Kind war ich von dieser Drehorgel fasziniert. So war es f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Freude, als ich sie dann 1998 von meinem Vater geschenkt bekam. 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