{"id":1383,"date":"2000-10-02T00:00:26","date_gmt":"2000-10-02T00:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/?p=1383"},"modified":"2012-10-12T19:34:55","modified_gmt":"2012-10-12T19:34:55","slug":"urban-aboriginal-xiv-quasi-amazonia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=1383","title":{"rendered":"Urban + Aboriginal XIV: Quasi Amazonia"},"content":{"rendered":"<p>16.09. &#8211; 01.10.2000<br \/>\nHaus der Kulturen der Welt<br \/>\nzusammen mit Festival Traditioneller Musik 2000<\/p>\n<p>Das Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen traditionellen und zeitgen\u00f6ssischen Kulturformen, zwischen \u00dcberlieferung und Neuschreibung regionaler Musik hat seit 1985 zentrale Bedeutung f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Festivals Urban + Aboriginal durch die Freunde Guter Musik Berlin e.V.\u00a0Dabei geht es insbesondere darum, die Ambivalenzen sowie auch Koh\u00e4renzen innerhalb &#8222;neuer\u201d und &#8222;ethnischer\u201d Musik aufzuzeigen. Die regionalen und thematischen Schwerpunkte geben Ausschlag \u00fcber die Auswahl der K\u00fcnstler.<br \/>\nImpulse aus modernem st\u00e4dtisch &#8211; industriellen Umfeld und aus tradierten, vermeintlich archaischen, Kulturformen lassen die Kompositionen der Solisten und Ensembles jenseits bekannter und vertrauter Wege erscheinen und geben dabei ganz eigene experimentelle Antworten auf das Zusammentreffen hybrider musikalischer Ausdrucksformen in den Gro\u00dfst\u00e4dten und traditionellen volksmusikalischen Stilen einer bestimmten Region.<\/p>\n<p>In diesem Jahr haben nicht zuletzt die Feierlichkeiten rund um die Entdeckung Brasiliens vor 500 Jahren dazu beigetragen, das Amazonasgebiet als geographische Einheit mit weitgreifender kultureller Vielfalt zum Thema des Festivals Urban + Aboriginal 2000 zu machen. Doch dem Anliegen des Festivals zufolge wird ein neuer Umgang mit diesem Kulturraum gesucht. Die k\u00fcnstlerischen Arbeiten nehmen den Mythos und den Topos Amazonien zu Ausgangspunkt.<br \/>\nSo wie sich dieser gigantische Flu\u00df nicht als ein singul\u00e4res und homogenes Gew\u00e4sser begreifen l\u00e4\u00dft, bilden die zahllosen am Amazonas lebenden zumeist indianischen Gemeinschaften ein nahezu grenzenloses Mosaik traditioneller Lebensformen. Das Vordringen industrieller Zivilisation in die Lebensr\u00e4ume der Eingeborenen des Amazonas hatte Konflikte und Spannungen zur Folge. Doch das solche Reibungen neue musikalische Ausdrucksformen hervorbringen k\u00f6nnen, sollen die eingeladenen K\u00fcnstler verdeutlichen. Sie sind meist lateinamerikanischer Herkunft, leben aber heute in Gro\u00dfst\u00e4dten Europas und Amerikas, weswegen die kreativen Reflexionen und Verfremdungen den modernen Musikformen, wie Jazz, verhaftet sind.\u00a0 Ob als Konzert, Performance oder Klanginstallation: die Kultur der indianischen V\u00f6lker bietet den Grundstock f\u00fcr die k\u00fcnstlerischen Arbeiten der Musiker. Dabei werden sowohl empirische Forschungsergebnisse als auch mythologisches Erz\u00e4hlgut in experimentelle und technisch gest\u00fctzte Kompositionen eingebunden oder neu einbezogen.<\/p>\n<p>Das musikalische Spiegelbild wird also kein traditionelles sein k\u00f6nnen, sondern eigene -global inspirierte- Sichtweisen der K\u00fcnstler auf die Kulturen im Amazonasgebiet anbieten: gewisserma\u00dfen Amazonia. (Matthias Osterwold)<\/p>\n<p>Amazonien, gr\u00f6\u00dfer als Europa, ist die vielleicht unzug\u00e4nglichste Region der Welt. Die &#8222;zahllosen&#8220;, indianischen Gemeinschaften bilden ein nahezu grenzenloses Mosaik traditioneller Lebensformen. Das Festival Traditoneller Musik 2000 gibt mit exemplarischen Performances, die zum Teil erstmals in Europa zu erleben sind, Einblick in die Musikkulturen am Amazonas. Indianische Zeremonien manifestieren den Kampf um kulturelle Autonomie, kaum noch bekannte afro-brasilianische Perkussionsformen markieren Urspr\u00fcnge der weltbekannten Musik des Landes. Das Festival zeigt auch, wie sich die Musik des Hinterlands im Zusammentreffen mit der der St\u00e4dte zu neuen, spannenden Stilrichtungen entwickelt. Zum anderen stellt &#8222;Amazonia&#8220; in Kooperation mit &#8222;Urban + Aboriginal&#8220; der Freunde Guter Musik Berlin e.V. K\u00fcnstler vor, die den Mythos Amazoniens als Ausgangspunkt von kreativen Reflexionen und Verfremdungen aufnehmen. Sie setzen Bilder des geschichtlichen und gegenw\u00e4rtigen &#8222;Zusammenpralls der Kulturen&#8220; in Amazonien in zeitgen\u00f6ssische Klangwelten um: quasi Amazonia.<\/p>\n<p>Sehns\u00fcchte und Projektionen kn\u00fcpfen sich an Amazonia: Seit Claude Levi-Strauss in seinem ber\u00fchmten Reisebericht &#8222;Traurige Tropen&#8220; die Besonderheit und Zerst\u00f6rung der indianischen Kulturen beschrieb, steht Amazonia synonym f\u00fcr Gef\u00e4hrdung &#8222;authentischer&#8220; Kulturen und Sehnsucht nach &#8222;Urspr\u00fcnglichkeit&#8220;. Das Festival &#8222;Amazonia&#8220; wendet sich in Konzerten und Performances diesem Konflikt von Tradition und Moderne zu. (Johannes Odenthal)<\/p>\n<p><strong>Projektteam:<\/strong><br \/>\nSilvia Ocougne, Johannes Odenthal, Tiago de Oliveira Pinto, Matthias Osterwold, Vil\u00e9m Wagner, Angelika Bueno Rom\u00e1n<\/p>\n<p>Eine Veranstaltung von Haus der Kulturen der Welt, Brasilianisches Kulturinstitut in Deutschland (ICBRA) und Freunde Guter Musik Berlin e.V.<br \/>\nMit Unterst\u00fctzung von Initiative Neue Musik Berlin e.V. und Botschaft der Republik \u00d6sterreich sowie Sender Freies Berlin und Gesellschaft Traditioneller Musik Berlin.<\/p>\n<p><strong>Programm:<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">17.09.2000<\/span><\/p>\n<p>MADALENA BERNARDES (Brasilien)<br \/>\n\u00bbCarusa in Manaus\u00ab \u2013 Stimmperformance<br \/>\nDAVID TOOP (Gro\u00dfbritannien)<br \/>\n\u00bbA Journey Sideways\u00ab \u2013 Vortragsperformance<br \/>\nSILVIA OCOUGNE &amp; CHICO MELLO (Brasilien \/ Deutschland)<br \/>\n\u00bbMadeira \u2013 Mamor\u00e9, eine Stra\u00dfe nach nirgendwo\u00ab \u2013 Konzert<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">22.09.2000<\/span><\/p>\n<p>LIVIO TRAGTENBERG, MARCELO BRISSAC (Brasilien)<br \/>\n\u00bbBazulaques Brasileiros\u00ab \u2013 Musikst\u00fccke f\u00fcr vierh\u00e4ndiges pr\u00e4parietes Klavier<br \/>\nRICARDO ARIAS (Kolumbien \/ USA)<br \/>\n\u00bbMiscel\u00e1nea en General: Hevea brasilensis\u00ab (2000)<br \/>\nSt\u00fcck f\u00fcr CD-Spieler und verst\u00e4rkte Objekte<br \/>\n\u00bbGummi \u2013 Boom: Inflatable Music\u00ab (2000)<br \/>\nmit Axel D\u00f6rner (Trompete) und Ricardo Arias (Gummiballons)<br \/>\nOMID B\u00dcRGIN (Schweiz \/ Brasilien)<br \/>\n\u00bbXing\u00fa\u00ab mit Omid B\u00fcrgin (tape operator), Werner Durand (selbstgebaute Blasinstrumente), Arik Hayut (selbstgebaute Perkussions- und Blasinstrumente), Sebastian Hilken (pr\u00e4pariertes E-Cello)<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">16.09. \u2013 01.10.2000<\/span><\/p>\n<p>Klanginstallationen ganzt\u00e4gig zug\u00e4nglich f\u00fcr alle Besucher des Hauses<br \/>\nDENISE GARCIA (Brasilien)<br \/>\n\u00bbUm dia feito d\u00b4agua \u2013 Ein Tag aus Wasser gemacht\u00ab<br \/>\nLIVIO TRAGTENBERG (Brasilien)<br \/>\n\u00bbAmazonia in Loop\u00ab (1999)<br \/>\nIGOR LINTZ MAU\u00c9S (Brasilien \/ Wien)<br \/>\n\u00bbVoz do Guarani\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.09. &#8211; 01.10.2000 Haus der Kulturen der Welt zusammen mit Festival Traditioneller Musik 2000 Das Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen traditionellen und zeitgen\u00f6ssischen Kulturformen, zwischen \u00dcberlieferung und Neuschreibung regionaler Musik hat seit 1985 zentrale Bedeutung f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Festivals Urban + Aboriginal durch die Freunde Guter Musik Berlin e.V.\u00a0Dabei geht es insbesondere darum, die Ambivalenzen sowie auch Koh\u00e4renzen innerhalb &#8222;neuer\u201d und &#8222;ethnischer\u201d Musik aufzuzeigen. 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