{"id":1594,"date":"1999-09-11T00:00:50","date_gmt":"1999-09-11T00:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/?p=1594"},"modified":"2012-10-23T16:19:36","modified_gmt":"2012-10-23T16:19:36","slug":"hd-high-density","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=1594","title":{"rendered":"HD \u2013 High Density"},"content":{"rendered":"<p>11.09. &#8211; 17.10.1999<br \/>\nNeue Gesellschaft f\u00fcr Bildende Kunst<\/p>\n<p><strong>Ein Ausstellungsprojekt \u00fcber die Verdichtung von R\u00e4umen<br \/>\nKlangr\u00e4ume: Justin Bennett, Oval, sha<\/strong><\/p>\n<p>Das Ausstellungs- und Katalogprojekt \u00fcber die Verdichtung von R\u00e4umen wird veranstaltet von der NGBK in Berlin Kreuzberg in Zusammenarbeit mit Freunde Guter Musik Berlin e.V. und dem B\u00fcro 213. Es ist ein interdisziplin\u00e4r forschendes Projekt mit begehbaren, labyrinthischen Chip- und Stadtplanstrukturen, Klangr\u00e4umen, Video- und Computerinstallationen von und mit Musikern, K\u00fcnstlern, Architekten und Theoretikern.<\/p>\n<p>Seit der Begriff High Density in den 20er Jahren von der Stadtplanung und Stadtentwicklung eingef\u00fchrt wurde, wird er h\u00f6chst kontrovers diskutiert. Bauliche Dichte, r\u00e4umlich visuelle Dichte und soziale Dichte bilden die Kriterien, die seither je nach Region und Kontinent unterschiedlich bewertet werden. Der Rechner, zentrales und alle anderen Medien verschlingendes Medium des aktuell stattfindenden Fin de si\u00e8cle, hat den Begriff High Density unter dem Logo HD neu ausgegeben: High Density bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Prozessierung und die Speicherung von Daten. Immer leistungsf\u00e4higere Chips mit extremer Schaltungsdichte und hohen Rechenleistungen erm\u00f6glichen die Konstitution neuer Raumbegriffe, die in Ausstellung und Katalog untersucht und dargestellt werden.<br \/>\nIn Europa und den USA wird Stadt zunehmend von intelligenten \u00dcberwachungssystemen an Au\u00dfengrenzen, B\u00fcrogeb\u00e4uden, Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen gepr\u00e4gt. Sie stellen f\u00fcr den Menschen einen nicht sichtbaren, aber durch Zugangsverbote sp\u00fcrbaren rechnenden Raum dar. Forschung und Entwicklung setzt alles daran, Technologien, die rechnende R\u00e4ume konstituieren, f\u00fcr das menschliche Auge verschwinden zu lassen. In einem nur scheinbar paradoxen Reflex sind Interesse und Faszination gerade f\u00fcr diese R\u00e4ume mit ihrer Dimension des Unsichtbaren besonders stark.<br \/>\nIm Zentrum von HD \u2013 High Density steht die Analogie zwischen Stadtplan und Mikrochip als Strukturprinzip. Auf den ersten Blick deutlich in visuellen \u00dcberschneidungen, setzt sich dies Prinzip fort in formalen und funktionalen Analogien, in technikgeschichtlichen Beziehungen zwischen der Geschichte der Stadt und der Geschichte des Computers, bei denen der Begriff High Density ein Rolle spielt. Diese Aspekte werden vor dem Hintergrund von gebauten und gerechneten Umgebungen visuell und klanglich von Musikern, K\u00fcnstlern und Architekten sowie von Theoretikern untersucht und dargestellt.<br \/>\nHigh Density impliziert \u2013 \u00e4hnlich wie Speed \u2013 eine neue Form des Zustandes, des Lebensgef\u00fchls, aber auch des Raumes. Es ist in diesem Sinne auch als weiterf\u00fchrende Metapher f\u00fcr das interdisziplin\u00e4r forschende Ausstellungs- und Katalogprojekt zu verstehen.<\/p>\n<p>Die <strong>Ausstellungsarchitektur<\/strong>, die vom B\u00fcro 213 konzipiert wird, arbeitet mit \u00fcbereinandergelagerten Strukturen eines Mikrochips und einer italienischen Idealstadt aus der Renaissance, die durch einen 3D-Modellierer zu R\u00e4umen gerechnet werden. Diese R\u00e4ume sind im klassischen Sinne nicht entworfen, sondern mit den Prinzipien einer Architektur des rechnenden Raumes \u2013 Mapping, Morphing und Scaling \u2013 als labyrinthartige Struktur entstanden.<\/p>\n<p>Ein zentraler Teil der Ausstellung besteht aus drei <strong>Klangr\u00e4umen<\/strong>, die von Freunde Guter Musik Berlin e.V. konzipiert worden sind. Die Musiker und Klangk\u00fcnstler Justin Bennett aus Den Haag, Oval aus Berlin und sha.\u2122 aus Wien machen unter Verwendung avancierter Technologien abstrakte Formen des Raumes f\u00fcr den Besucher sinnlich erfahrbar. Sie besch\u00e4ftigen sich jeweils in spezifischer Weise mit elektronisch generierten Kl\u00e4ngen, die als digitale Klangdaten im realen Raum r\u00e4umlich wahrnehmbar sind. Justin Bennett bezieht sich in seiner Klanginstallation &#8222;Accumulator (HD)&#8220; auf konkrete Kl\u00e4nge, aufgenommen in verschiedenen st\u00e4dtischen R\u00e4umen. Oval (Markus Popp) wirft in seinem Projekt &#8222;Szenarioengine&#8220; gezielt Fragen nach den Voraussetzungen und Strukturen von elektronischer Musikproduktion sowie nach deren Autorenschaft auf. sha.\u2122 arbeitet in seinem KlangRaumGenerator &#8222;summer 99&#8220; mit Kl\u00e4ngen aus dem realen Raum der NGBK, die als digitale Daten ins Internet eingespeist, dort von einem Server gespiegelt und mit der netzspezifischen Ver\u00e4nderung wieder eingeholt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr den forschenden Besucher werden <strong>Archive<\/strong> zu den unterschiedlichen Raumbegriffen eingerichtet, die weiterf\u00fchrendes und vertiefendes Material in Form von Print- und Digitalmedien f\u00fcr die Vorortrecherche zur Verf\u00fcgung stellen. In diesem Zusammenhang wird der K\u00fcnstler Andor Carius aus New York, dessen Name sich aus der logischen Operation And\/Or ableitet, sein seit 30 Jahren zusammengetragenes Archiv zur technologischen Verdichtung pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Der <strong>Katalog<\/strong> wird mit seinen weiterf\u00fchrenden Texten zu den drei Raumkonzeptionen \u2013 realer Raum, rechnender Raum und gerechneter Raum \u2013 die vertiefenden Zusammenh\u00e4nge aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen herstellen und jeweils auch die Effekte der benachbarten Raumbegriffe ber\u00fchren.<\/p>\n<p>Zugriff auf den KlangRaumGenerator &#8222;summer 99&#8220; von sha.\u2122 unter http:\/\/www.HDensity.de\/summer. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit netz_bedingung \/ net_condition \u2013 ZKM Karlsruhe realisiert.<\/p>\n<p><strong>Team:<br \/>\n<span style=\"font-weight: normal;\">Konzeption:<\/span><\/strong> Ingrid Buschmann, Tom Lamberty, Markus Schell, Dieter Scheyhing, Ute Ziegler<br \/>\nOrganisation und Koordination: Freunde Guter Musik Berlin e.V. und B\u00fcro 213<br \/>\nKatalogredaktion: Ingrid Buschmann, Ute Ziegler<\/p>\n<p>Gef\u00f6rdert durch Senatsverwaltung f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kultur und Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11.09. &#8211; 17.10.1999 Neue Gesellschaft f\u00fcr Bildende Kunst Ein Ausstellungsprojekt \u00fcber die Verdichtung von R\u00e4umen Klangr\u00e4ume: Justin Bennett, Oval, sha Das Ausstellungs- und Katalogprojekt \u00fcber die Verdichtung von R\u00e4umen wird veranstaltet von der NGBK in Berlin Kreuzberg in Zusammenarbeit mit Freunde Guter Musik Berlin e.V. und dem B\u00fcro 213. 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