{"id":1613,"date":"1999-06-26T21:00:31","date_gmt":"1999-06-26T21:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/?p=1613"},"modified":"2012-10-15T14:52:51","modified_gmt":"2012-10-15T14:52:51","slug":"deviant-jockeys","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=1613","title":{"rendered":"Deviant Jockeys"},"content":{"rendered":"<p>26.06.1999 \/ 21:00 Uhr<br \/>\n[kunst und technik]<\/p>\n<p><strong>St\u00fccke von John Cage, Petra Klusmeyer, Christian Marclay, Janek Schaefer<br \/>\n<span style=\"font-weight: normal;\"> yo!ensemble (Berlin) &#8211; Rashad Becker, Kein Babel, Christoph Musiol, Taschensound, Traveler<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-weight: normal;\">John Cage&#8217;s\u00a0 &#8222;Cartridge Music&#8220; (1960) &#8211; In &#8222;Cartridge Music&#8220; ersetzen die Performer die Nadel eines Tonabnehmers durch vielz\u00e4hlige andere Objekten. Sie befolgen Notationen, die rein zuf\u00e4llig durch das \u00dcbereinanderlegen von transparenten Folien mit grafischen Notationen darauf, entstanden sind und produzieren auf diese Weise Musik, die auf der extremen Verst\u00e4rkung sehr &#8218;kleiner&#8216; Kl\u00e4nge basiert.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Cages Absicht war es, mit diesem St\u00fcck &#8218;elektronische Musik zu beleben&#8216;. Zu einer Zeit, als die elektronische Musik von Aufnahmemedien, normalerweise Magnetband,abhing und somit vorherbestimmt war, wagte Cage den mutigen Schritt, die Technik der Klangwiedergabe zum Werkzeug der Klangerzeugung zu machen. Die Verbindung dieser ungew\u00f6hnlichen Instrumente mit der nicht vorherbestimmten Notation f\u00fchrt in der Tat zu sehr lebendiger elektronische Musik. Dies war nicht das erste Mal, da\u00df Cage mit Unterhaltungstechnologie arbeitete: &#8220; Imaginary Landscape No.1&#8243; (1939), welches vielleicht das erste Live Elektronik St\u00fcck war, beinhaltete das Abspielen einer Schallplatte mit Testt\u00f6nen, w\u00e4hrend &#8220; Imaginary Landscape No.4&#8243; (1951) 12 Radios in den Mittelpunkt stellte. Cage f\u00fchlte sich zur Konsumentenelektronik hingezogen auf Grund der klanglichen M\u00f6glichkeiten, der Sparsamkeit der Mittel und der Befreiung des Performers von den Fesseln der tradierten Virtuosit\u00e4t.<\/p>\n<p>Christian Marclay &#8222;The 100 Turntable Orchestra&#8220; (1991\/1999) &#8211; Dieses in Japan aufgef\u00fchrte St\u00fcck wird in einer auf 6 Plattenspieler reduzierten Fassung vom YO!Ensemble pr\u00e4sentiert. Christian Marclay produzierte f\u00fcr dieses St\u00fcck 100 identische Schallplatten mit mehreren Lockgrooves, die von einem aus 100 Plattenspielern bestehenden Orchester gespielt wurden. Der 1955 inCalifornien geborene K\u00fcnstler begann sich w\u00e4hrend seines Studiums der Bildenden Kunst an der Ecole Sup\u00e9rieure d&#8217;Art Visuel in Genf\u00a0 mit \u00dcbertragungs- und Kommunikationsmedien auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Petra Klusmeyer &#8222;Time Image 8\u00b430&#8220; (1998) &#8211; Petra Klusmeyer\u00b4s Arbeitsmethode beruht\u00a0 auf der Zusammenstellung von \u00dcberbleibseln digitaler Klanglandschaften. Die Methode ist einfach: Aus zerst\u00f6rten CDs entstehen neue CDs. Es erklingt die Eigenheit der defekten CD: das Klicken und das (\u00dcber-) Springen sowie ein sich wiederholender Rhythmus aus erkennbaren musikalischen Abstrakten. Die Funktionsst\u00f6rung ist gleich der \u00c4sthetik einer &#8222;neuen\u201d Unnat\u00fcrlichkeit. Petra Klusmeyer studierte Grafik Design an der Arizona State University.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>26.06.1999 \/ 21:00 Uhr [kunst und technik] St\u00fccke von John Cage, Petra Klusmeyer, Christian Marclay, Janek Schaefer yo!ensemble (Berlin) &#8211; Rashad Becker, Kein Babel, Christoph Musiol, Taschensound, Traveler John Cage&#8217;s\u00a0 &#8222;Cartridge Music&#8220; (1960) &#8211; In &#8222;Cartridge Music&#8220; ersetzen die Performer die Nadel eines Tonabnehmers durch vielz\u00e4hlige andere Objekten. Sie befolgen Notationen, die rein zuf\u00e4llig durch das \u00dcbereinanderlegen von transparenten Folien mit grafischen Notationen darauf, entstanden sind und produzieren auf diese Weise Musik, die auf der extremen Verst\u00e4rkung sehr &#8218;kleiner&#8216; Kl\u00e4nge basiert. Cages Absicht war es, mit diesem St\u00fcck &#8218;elektronische Musik zu beleben&#8216;. 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