{"id":1940,"date":"1998-04-23T20:00:07","date_gmt":"1998-04-23T20:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=1940"},"modified":"2012-10-22T16:05:55","modified_gmt":"2012-10-22T16:05:55","slug":"bang-on-a-can-all-stars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=1940","title":{"rendered":"Bang On A Can All-Stars"},"content":{"rendered":"<p>23.04.1998<br \/>\nNationalgalerie im Hamburger Bahnhof<\/p>\n<p><strong>mit &#8222;Music for Airports&#8220; von Brian Eno <\/strong><strong><span style=\"font-weight: normal;\">(deutsche Erstauff\u00fchrung)<\/span><br \/>\n<span style=\"font-weight: normal;\"> zum ersten Mal live in der Bearbeitung von Michael Gordon, David Lang, Julia Wolfe und Evan Ziporyn<\/span><br \/>\nGlenn Branca &#8222;Movement Within&#8220;<br \/>\nArnold Dreyblatt &#8222;Escalator&#8220;<br \/>\nJulia Wolfe &#8222;Beliving&#8220;<br \/>\nDavid Lang &#8222;Cheating, Lying, Stealing&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die <strong>Bang On A Can All-Stars<\/strong> (New York), die nach den Worten eines Kritikers der New York Times die Energie und die Wucht einer Rockband mit der Pr\u00e4zision und der Klarheit eines Kammermusikensembles verbinden, gingen aus dem seit 1987 allj\u00e4hrlich in New York stattfindenden Bang On A Can Festival hervor. Dieses Festival, als Alternative ins Leben gerufen durch eine Gruppe von Musikern und Komponisten, die sich weder in der Uptown-Szene akademischer Neuer Musik noch in der teilweise ebenso pr\u00e4tenti\u00f6sen und uniformierten Downtown-Szene aufgehoben f\u00fchlten, hat sich inzwischen zu einer der wichtigsten Plattformen f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende, die Einordnung in g\u00e4ngige Kategorien verweigernde neue und neueste Musik entwickelt; so wurden mittlerweile mehr als 40 Kompositionsauftr\u00e4ge durch das Festival vergeben.<br \/>\nDie Bang On A Can All-Stars, die seit 1992 eine eigene Konzertreihe innerhalb des Festivals durchf\u00fchren, haben seither sowohl nationale als internationale Reputation als erstrangiges und wegweisendes Ensemble auf diesem Feld zeitgen\u00f6ssischer Musik erlangt. Sie gastierten auf wichtigen Festivals, tourten in den USA, Europa, Neuseeland und Australien und ver\u00f6ffentlichten eine Reihe von CDs, deren j\u00fcngste mit Brian Enos Music for Airports soeben auf Point Music erschienen ist.<\/p>\n<p>Cheating, Lying, Stealing von <strong>David Lang<\/strong> er\u00f6ffnet das Programm des Abends. Lang, der gemeinsam mit Julia Wolfe und Michael Gordon die k\u00fcnstlerische Leitung des Ensembles innehat, bezieht sich mit seinem St\u00fcck in ironischer Weise auf eine Attit\u00fcde, die er bei vielen Komponisten klassischer Musik zu beobachten meint: diese versuchen, etwas zum Ausdruck zu bringen, auf das sie stolz sind, oder auch etwas, das sie an sich selbst m\u00f6gen und sch\u00e4tzen: sch\u00f6ne Melodien, komplexe Strukturen, positive (Charakter-)Eigenschaften &#8211; sieh her, wie gut ich bin! David Lang, gegen alle antrainierten Verhaltensweisen und Erwartungen angehend, setzt dagegen: hier ist ein St\u00fcck, das zeigt, wie schlecht ich bin&#8230;<\/p>\n<p>Von <strong>Julia Wolfe<\/strong> stammt das St\u00fcck Believing. Die Komposition, deren Titel sich auf eine Textzeile aus einem Lied John Lennons bezieht, wurde f\u00fcr die Bang On A Can All-Stars geschrieben und profitiert von Wolfes intimer Kenntnis der M\u00f6glichkeiten und des Sounds dieses Ensembles. Die erste Begegnung mit der Musik Julia Wolfes geht bereits auf das Jahr 1987 zur\u00fcck, als die Freunde Guter Musik das Vorg\u00e4ngerensemble der Bang On A Can All-Stars, die Michael Gordon Philharmonic, nach Berlin einluden.<\/p>\n<p><strong>Glenn Brancas<\/strong> einzigartig wuchtige, harmonische, d.h. auf Obertonreihen basierende mikrotonale Musik f\u00fcr gro\u00dfe Ensembles von elektrischen Gitarren und Keyboards markiert sowohl den Beginn als auch wichtige Etappen der Geschichte der Freunde Guter Musik: eine Auff\u00fchrung seiner Symphony No.4\u00a0 im Jahr 1983 war das erste von den &#8222;Freunden&#8220; veranstaltete Konzert. Sowohl zum 5. (Symphony No.6) als auch zum 10. Jubil\u00e4um (Urauff\u00fchrung des Auftragswerks Symphony No.9) standen weitere Werke Brancas auf dem Programm; anl\u00e4\u00dflich des 15-j\u00e4hrigen Bestehens folgt nun in europ\u00e4ischer Erstauff\u00fchrung Glenn Brancas neueste Komposition Movement Within (uraufgef\u00fchrt am 7. M\u00e4rz 1998 in New York). Zum ersten Mal spielt ein anderes als Brancas eigenes Ensemble seine Musik auf den von ihm entwickelten Originalinstrumenten, die f\u00fcr dieses Konzert zum Teil gesampelt wurden.<\/p>\n<p>Die Musik von <strong>Arnold Dreyblatt<\/strong> beruht ebenfalls auf nicht-temperierten Skalen. Meist f\u00fchrt er seine Werke mit dem Orchestra of Excited Strings auf, f\u00fcr das er eine ganze Reihe von Instrumenten neu entwickelte bzw. modifizierte. Auch Escalator, das Dreyblatt 1988 als Duett mit dem belgischen Perkussionisten Pierre Berthet konzipierte, wurde im Lauf der Zeit in verschiedenen Transformationen vom Orchestra of Excited Strings aufgef\u00fchrt. Die eigens f\u00fcr die Bang On A Can All-Stars komponierte und instrumentierte Version von Escalator basiert auf repetitiven rhythmischen Patterns, die von Tonaufnahmen funktionsgest\u00f6rter Fahrst\u00fchle abgeleitet sind. Arnold Dreyblatt ist den Freunden Guter Musik seit langem verbunden: beginnend mit einem ersten Konzert in kleiner Besetzung im Jahr 1984 stellten sie mehrfach Werke von ihm in Berlin vor.<\/p>\n<p>&#8222;Music for Airports&#8220; von <strong>Brian Eno<\/strong> aus dem Jahr 1978 mit dem \u00dcbertitel Ambient 1 ist &#8211; in einer Bearbeitung der k\u00fcnstlerischen Leiter der Bang On A Can All-Stars &#8211; zum ersten Mal in einer instrumentalen Live-Auff\u00fchrung zu erleben. Mit dieser hypnotischen, traumhaften und intensiven Komposition, die vor 20 Jahren als Schallplatte ver\u00f6ffentlicht wurde, er\u00f6ffnete Eno neue Perspektiven auf das Verh\u00e4ltnis der Musik zu ihrer Umgebung und auf die Art, wie wir uns in unserem Alltag zu ihr in Beziehung setzen. Attraktiv und beil\u00e4ufig zugleich, zielt diese Musik auf die genaue Balance zwischen Aufmerksamkeit und Ablenkung des H\u00f6rers. Music for Airports bildete den Ausgangspunkt und zugleich die g\u00fcltige Definition eines ganzen Genres, das heute unter dem von Eno gepr\u00e4gten Namen Ambient Music die Plattenregale f\u00fcllt. Die Bang On A Can All-Stars unternehmen nun den frappierenden und \u00fcberzeugenden Versuch, dieses urspr\u00fcnglich im Studio mittels Tonbandmanipulationen produzierte St\u00fcck zu \u00fcbersetzen in eine Auff\u00fchrung mit Live-Instrumenten, die sich so eng wie m\u00f6glich am Original orientiert und doch durch die Transformation eine neue Erfahrung dieses epochemachenden Werks erm\u00f6glicht.<br \/>\n1983\/84 produzierten die Freunde Guter Musik die erste \u2018reale\u2019 Installation der Music for Airports vor Ort, als das St\u00fcck im Rahmen des Beiprogramms der Ausstellung von Harald Szeemann &#8222;Der Hang zum Gesamtkunstwerk&#8220; vier Wochen lang \u00fcber die Lautsprecheranlage des Flughafens Tegel wiedergegeben wurde. 1996 folgte eine weitere 2-w\u00f6chige Installation in der Haupthalle des Flughafens Tempelhof innerhalb des Festivals &#8222;Urbane Aboriginale XII: The British Ambience&#8220;.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit Hebbel-Theater. Erm\u00f6glicht durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie, gef\u00f6rdert durch die Initiative Neue Musik Berlin e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23.04.1998 Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof mit &#8222;Music for Airports&#8220; von Brian Eno (deutsche Erstauff\u00fchrung) zum ersten Mal live in der Bearbeitung von Michael Gordon, David Lang, Julia Wolfe und Evan Ziporyn Glenn Branca &#8222;Movement Within&#8220; Arnold Dreyblatt &#8222;Escalator&#8220; Julia Wolfe &#8222;Beliving&#8220; David Lang &#8222;Cheating, Lying, Stealing&#8220; Die Bang On A Can All-Stars (New York), die nach den Worten eines Kritikers der New York Times die Energie und die Wucht einer Rockband mit der Pr\u00e4zision und der Klarheit eines Kammermusikensembles verbinden, gingen aus dem seit 1987 allj\u00e4hrlich in New York stattfindenden Bang On A Can Festival hervor. 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