{"id":2287,"date":"1996-08-14T20:00:23","date_gmt":"1996-08-14T20:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=2287"},"modified":"2013-01-16T20:17:40","modified_gmt":"2013-01-16T20:17:40","slug":"charlemagne-palestine-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=2287","title":{"rendered":"Charlemagne Palestine"},"content":{"rendered":"<p>14.08.1996<br \/>\nInstitut Unzeit<\/p>\n<p><strong>Klavier &amp; Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p>Folgend auf seine Carillon-Konzerte bei Sonambiente stellt Charlemagne Palestine im Rahmen einer Soir\u00e9e im Institut Unzeit seine Musik im Gespr\u00e4ch mit Roland Spekle und Matthias Osterwold vor. Anhand kurzer Klavierst\u00fccke wird er seine ungew\u00f6hnliche h\u00e4mmernde (strumming) Spieltechnik demonstrieren, die er als eine Variation \u00fcber die Techniken des Carillon-Spiels entwickelte.<br \/>\n&#8222;Charlemagne Palestine ist neben LaMonte Young, Riley, Glass, Reich und Conrad einer der Begr\u00fcnder der Minimal Music. Minimal Music war eine Reaktion auf die intensive Komplexit\u00e4t der damaligen zeitgen\u00f6ssischen Musik, wie sie etwa von Stockhausen und Boulez komponiert wurde. Palestine behauptet, da\u00df die Minimal Music unabh\u00e4ngig von dem, was sie wurde, einem spontanen, ungeplanten und potentiell heiligen Ort entsprang.<br \/>\nSeine erste ernsthafte musikalische Erfahrung machte er w\u00e4hrend seiner Kindheit als S\u00e4nger von Bordunt\u00f6nen im Synagogenchor. Wenig sp\u00e4ter spielte er bei Auff\u00fchrungen f\u00fcr Carillon &#8211; ein physisch sehr herausforderndes Instrument, da es mit den F\u00e4usten geschlagen wird. F\u00fcnfzehn Jahre sp\u00e4ter setzte er diese Technik bei seinen oft sehr exzentrischen Performances auf dem B\u00f6sendorfer &#8218;Imperial&#8216;-Fl\u00fcgel wieder ein. Seltsame Kleidungsst\u00fccke, ausgestopfte Spielzeuge, Napoleon Cognac und eine endlose Zahl von Zigaretten dienten ihm als Requisiten in einer obsessiven klanglich-schamanischen Suche. Seine Bordunakkorde, die Aufmerksamkeit f\u00fcr resonierende Obert\u00f6ne und die reine Physikalit\u00e4t des Klangs waren neu und richtungsweisend und hatten sp\u00e4ter einen gro\u00dfen Einflu\u00df auf Glenn Branca, Sonic Youth und andere.<br \/>\nPalestine versteht sich selbst als Alchemist, der mit dem Aufbau und den Farben von Klang besch\u00e4ftigt ist, die daraus gewonnenen Erkenntnisse in transzendentale Erfahrungen umwandelt und damit einen Proze\u00df der inneren und sogar spirituellen Evolution artikuliert. Obwohl seine Musik von au\u00dfen betrachtet unver\u00e4nderlich erscheint, erneuert sie doch in einem nat\u00fcrlichen Proze\u00df st\u00e4ndig ihre Struktur. Palestines Musik ist ein flie\u00dfendes Objekt, eine Quelle oder ein Geysir; fast in Abwesenheit von Musik wird ein gro\u00dfer Reichtum an Obert\u00f6nen und organischen Strukturen geschaffen.&#8220; (Roland Spekle)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14.08.1996 Institut Unzeit Klavier &amp; Gespr\u00e4ch Folgend auf seine Carillon-Konzerte bei Sonambiente stellt Charlemagne Palestine im Rahmen einer Soir\u00e9e im Institut Unzeit seine Musik im Gespr\u00e4ch mit Roland Spekle und Matthias Osterwold vor. 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