{"id":2699,"date":"2013-12-10T14:05:11","date_gmt":"2013-12-10T14:05:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=2699"},"modified":"2014-08-08T12:02:18","modified_gmt":"2014-08-08T12:02:18","slug":"susan-philipsz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=2699","title":{"rendered":"Susan Philipsz"},"content":{"rendered":"<p>01.02. \u2013 04.05.2014<br \/>\nEr\u00f6ffnung: 31.01.2014, 20 Uhr<br \/>\n<strong> Hamburger Bahnhof<br \/>\nMuseum f\u00fcr Gegenwart \u2013 Berlin<\/strong> \/ Historische Halle<br \/>\nStaatliche Museen zu Berlin<br \/>\nInvalidenstr. 50-51, 10557 Berlin<br \/>\nDi, Mi, Fr 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa-So 11-18 Uhr<\/p>\n<p><strong>Part File Score<\/strong><\/p>\n<p>24-Kanal Sound Installation<br \/>\nZw\u00f6lf Arten Hanns Eisler zu beschreiben<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/SP_46983s.jpg\" rel=\"lightbox[2699]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2856\" title=\"SP_46983s\" src=\"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/SP_46983s-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/SP_46983s-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/SP_46983s-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/SP_46983s-260x196.jpg 260w, https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/SP_46983s-186x140.jpg 186w, https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/SP_46983s.jpg 1732w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Foto: Nick Ash<\/p>\n<p>Die Klangarbeiten der in Berlin lebenden schottischen K\u00fcnstlerin Susan Philipsz entstehen oft f\u00fcr einen bestimmten Ort, auf dessen Geschichte und R\u00e4umlichkeit sie sich bezieht. F\u00fcr die Historische Halle des Hamburger Bahnhof \u2013 Museum f\u00fcr Gegenwart \u2013 Berlin hat sie eine Sound Installation entworfen, die Bezug nimmt zum einen auf die ehemalige Funktion des Geb\u00e4udes als Bahnhof und zum anderen auf die architektonische Struktur der Halle mit ihren 12 Stahlb\u00f6gen. Als Ort von Abfahrt und Ankunft, von Trennung und Wiederkehr bringt die K\u00fcnstlerin den ehemaligen Bahnhof in Verbindung mit dem bewegten Leben des in den 1920er und 1950er Jahren in Berlin beheimateten Komponisten Hanns Eisler (1898\u20131962). Eisler, der wie sein Lehrer Arnold Sch\u00f6nberg in den 1930er Jahren nach Amerika emigrierte und der 1948 die USA aufgrund seiner prokommunistischen politischen \u00dcberzeugungen wieder verlassen musste, setzte sich zwar mit der Zw\u00f6lftontechnik seines Lehrers auseinander, wandte sich aber infolge seiner sozial engagierten Kunstauffassung auch \u201apopul\u00e4ren\u2019 Genres wie der B\u00fchnen- und Filmmusik zu. Er komponierte zahlreiche Lieder, darunter immer wieder Lieder f\u00fcr Arbeiterch\u00f6re und f\u00fcr Kundgebungen der internationalen Arbeiterbewegung. 1949 komponierte der im Ostteil Berlins lebende Eisler die Nationalhymne der DDR.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sound Installation <em>Part File Score<\/em> hat Susan Philipsz drei St\u00fccke erarbeitet, die jeweils auf einem filmmusikalischen Werk Eislers basieren und die nacheinander im Raum erklingen. Das Werk <em>Pr\u00e4ludium in Form einer Passacaglia<\/em> (1926) entstand f\u00fcr <em>Lichtspiel:<\/em> <em>Opus III<\/em> (1924), einen der ersten abstrakten Filme von Walter Ruttmann; es handelt sich dabei um die erste Komposition f\u00fcr Film von Hanns Eisler. Vom melancholischen Tenor dieser Filmmusik ist auch das St\u00fcck <em>Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben<\/em> (1941) gepr\u00e4gt, das f\u00fcr den Film<em> Regen<\/em> (1929) von Joris Ivens geschrieben wurde. Dieses Werk entstand als Auftragsarbeit in Zusammenhang mit der Publikation <em>Komposition f\u00fcr den Film<\/em> (1947), die Eisler gemeinsam mit Theodor W. Adorno ver\u00f6ffentlichte. Im selben Jahr schrieb Eisler <em>Septett Nr.2<\/em> (1947) f\u00fcr den Film <em>The Circus<\/em> (1928) von Charlie Chaplin. Die Arbeit an dieser Komposition wurde unterbrochen durch Eislers Ausweisung aus den USA, und die Musik fand niemals f\u00fcr den Film Verwendung.<\/p>\n<p>Einem k\u00fcnstlerischen Prinzip folgend, das Philipsz bereits f\u00fcr ihre 2012 auf der dOCUMENTA (13) in Kassel pr\u00e4sentierte Arbeit <em>Study for Strings <\/em>sowie f\u00fcr die j\u00fcngst in D\u00fcsseldorf realisierte Klanginstallation <em>The Missing String <\/em>anwandte, hat die K\u00fcnstlerin die T\u00f6ne der von ihr bearbeiteten Kompositionen Eislers im Studio einzeln aufgenommen. Die von einer Violine, einem Cello, einer Trompete und einem Klavier eingespielten Kl\u00e4nge werden wiederum separiert \u00fcber 12 auf der rechten und 12 auf der linken Seite entlang der Historischen Halle installierte Lautsprecher wiedergegeben. Dabei ist jedem Lautsprecher ein Ton der chromatischen Skala zugeordnet, so dass jede von einem Instrument gespielte Stimme verr\u00e4umlicht wird und durch die gesamte Halle wandert.<\/p>\n<p>Mit dieser akustischen Arbeit und 12 gro\u00dfformatigen Grafiken, in denen Partiturseiten Eislers mit Seiten aus den ihn betreffenden Akten des FBI \u00fcberlagert werden, sucht Philipsz eine Ann\u00e4herung an Eislers \u00c4sthetik der <em>displaced form<\/em>, um Themen wie die Lebensreise und die Erfahrung von Trennung, \u00dcberwachung und Vertreibung aufzurufen. Auf die aus vier Teilen bestehende FBI-Akte zu Eisler bezieht sich auch der Titel der Sound Installation.<\/p>\n<p><strong>Susan Philipsz<\/strong> (*1965 in Glasgow), die 2010 den renommierten Turner Prize gewann, arbeitet in ihrer Auseinandersetzung mit musikalischen und literarischen Vorlagen sowie mit spezifischen historischen Konstellationen \u00fcberwiegend mit dem Medium Klang. Sie greift h\u00e4ufig bekannte Lieder und Popsongs auf, die sie mit ihrer eigenen Stimme vortr\u00e4gt und aufnimmt, um damit im Ausstellungsraum oder im st\u00e4dtischen Raum ein auf den jeweiligen Ort bezogenes akustisches Environment zu schaffen. In j\u00fcngerer Zeit w\u00e4hlt sie verst\u00e4rkt instrumentale Kompositionen und akustisches Material wie Field Recordings oder Radiosignale, um dieses Material zu bearbeiten und r\u00e4umlich zu inszenieren.<\/p>\n<p>Die Ausstellung von Susan Philipsz findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe <em>Musikwerke Bildender K\u00fcnstler<\/em>, die seit 1999 von Freunde Guter Musik Berlin in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie und seit 2002 mit dem Festival MaerzMusik der Berliner Festspiele durchgef\u00fchrt wird. Es ist die erste institutionelle Einzelausstellung der seit 2001 in Berlin lebenden K\u00fcnstlerin in der Stadt.<\/p>\n<p><strong>Kuratorinnen:<\/strong><br \/>\nIngrid Buschmann \/ Freunde Guter Musik Berlin e.V.<br \/>\nGabriele Knapstein \/ Hamburger Bahnhof \u2013 Museum f\u00fcr Gegenwart \u2013 Berlin<\/p>\n<p>Eine Veranstaltung von Freunde Guter Musik Berlin e.V. und Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof \u2013 Museum f\u00fcr Gegenwart \u2013 Berlin, Staatliche Museen zu Berlin,\u00a0in Zusammenarbeit mit Berliner Festspiele \/ MaerzMusik 2014.\u00a0Gef\u00f6rdert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Schering Stiftung.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.musikwerke-bildender-kuenstler.de\" target=\"_blank\"> www.musikwerke-bildender-kuenstler.de<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.smb.museum\/hbf\" target=\"_blank\">www.smb.museum\/hbf<\/a><\/p>\n<p><strong>Video:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=g7SC9N7DCXo\">Susan Philipsz, Part File Score auf YouTube<\/a><\/p>\n<p><strong>Gef\u00f6rdert durch:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hauptstadtkulturfonds.berlin.de\" target=\"_blank\"> www.hauptstadtkulturfonds.berlin.de<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.scheringstiftung.de\" target=\"_blank\"> www.scheringstiftung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01.02. \u2013 04.05.2014 Er\u00f6ffnung: 31.01.2014, 20 Uhr Hamburger Bahnhof Museum f\u00fcr Gegenwart \u2013 Berlin \/ Historische Halle Staatliche Museen zu Berlin Invalidenstr. 50-51, 10557 Berlin Di, Mi, Fr 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa-So 11-18 Uhr Part File Score 24-Kanal Sound Installation Zw\u00f6lf Arten Hanns Eisler zu beschreiben Foto: Nick Ash Die Klangarbeiten der in Berlin lebenden schottischen K\u00fcnstlerin Susan Philipsz entstehen oft f\u00fcr einen bestimmten Ort, auf dessen Geschichte und R\u00e4umlichkeit sie sich bezieht. F\u00fcr die Historische Halle des Hamburger Bahnhof \u2013 Museum f\u00fcr Gegenwart \u2013 Berlin hat sie eine Sound Installation entworfen, die Bezug nimmt zum einen auf die ehemalige Funktion des Geb\u00e4udes als Bahnhof und zum anderen auf die architektonische Struktur der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2761,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[31,3],"tags":[245,13,15],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2699"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2699"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2699\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3012,"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2699\/revisions\/3012"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}