{"id":599,"date":"2005-12-01T20:44:27","date_gmt":"2005-12-01T20:44:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/wp\/?p=599"},"modified":"2012-10-02T15:50:22","modified_gmt":"2012-10-02T15:50:22","slug":"gordon-monahan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freunde-guter-musik-berlin.de\/?p=599","title":{"rendered":"Gordon Monahan"},"content":{"rendered":"<p>01. &amp; 02.12.2005<br \/>\nNationalgalerie im Hamburger Bahnhof<br \/>\nMuseum f\u00fcr Gegenwart \u2013 Berlin<\/p>\n<p><strong>Theremin in the Rain <\/strong><strong><span style=\"font-weight: normal;\">(2005)<\/span><br \/>\n<\/strong>mit Francesca Noia und Vania Rovisco, Tanz<\/p>\n<p><!--StartFragment--><\/p>\n<p>Mit &#8222;Theremin in the Rain&#8220; schreibt der Kanadier und Wahlberliner Gordon Monahan sein Interesse an hybriden Formaten fort: zwischen Performance und Klangkunst, Technologie und menschlicher Handlung, Perfektion und Imperfektion. Mit einzigartigem Humor gelingt es Gordon Monahan, zwischen den Polen zu vermitteln, technische Ger\u00e4tschaften mit einer haptisch-sinnlichen Ebene zu versehen und die Grenzen in Richtung popul\u00e4rer Musiken k\u00fcnstlerisch-konzeptuell aufzul\u00f6sen. So ist er auch innerhalb der zeitgen\u00f6ssischen Musik einer der f\u00fchrenden K\u00fcnstler bei eben dieser gegenw\u00e4rtig so virulenten Aufl\u00f6sung traditioneller Kunst-Grenzen und der Integration unterschiedlichster Genre-Paradigmen.<\/p>\n<p>Als Stipendiat des DAAD kam er 1992 nach Berlin und hat seither in der Metropole eine Vielzahl performativ bespielter Installationen pr\u00e4sentiert, die im Spannungsfeld zwischen Material und menschlichem K\u00f6rper, technischen Abl\u00e4ufen und menschlicher Entscheidung stehen. Gerade die Schnittstellen stehen in seinem k\u00fcnstlerischen Fokus. So auch bei seiner neuesten Arbeit <em>Theremin in the Rain<\/em>, bei der ein Midi-interaktives Theremin zum Einsatz kommt. \u00a0Und: Es ist zwar sicherlich nicht die letzte Gelegenheit, Gordon Monahan in Berlin zu sehen, aber doch vorl\u00e4ufig ein Etappen-Ende, denn der K\u00fcnstler wird Anfang Januar sein produktives Zentrum nach Kanada zur\u00fcckverlegen (und ein Studio in Berlin behalten).<\/p>\n<p><strong>Theremin in the Rain<br \/>\n<\/strong>ist eine Multimedia-Klangperformance, die ein Midi-interaktives Theremin zur Steuerung von mechanisch gespielten langen Klaviersaiten und verst\u00e4rkten Wassertropfen verwendet. Eine live generierte Videoprojektion im Hintergrund zeigt einen Zusammenschnitt verschiedener Nahaufnahmen, die in Echtzeit w\u00e4hrend der Performance aufgenommen werden.<\/p>\n<p>Die Interaktion, die live mit dem Theremin stattfindet, bringt eine fortschreitende Serie von MAX-Programmen dazu, verschiedene mechanisierte Klangskulpturen zu spielen. Lange Klavierdr\u00e4hte werden in Resonanzbereiche unterteilt, die durch Midi-gesteuerte Solenoids gespielt werden. Eine Sammlung elektrisch verst\u00e4rkter Haushaltsger\u00e4te wird durch Midi-gesteuerte Wassertropfen zum Klingen gebracht. W\u00e4hrend der Thereminspieler die Installation elektronisch kontrolliert, manipulieren zwei T\u00e4nzerinnen Francesca Noia and Vania Rovisco die harmonische Resonanz einer langen Klaviersaite k\u00f6rperlich, indem er einen aus der Balance geratenen Elektromotor entlang der Saiten schiebt. Ein zweiter Mitspieler steuert weitere Klangwelten \u00fcber ein DJ-Set bei.<\/p>\n<p>Die physikalischen Parameter der Klanginstallation werden durch den architektonischen Auff\u00fchrungsort der Performance definiert. Die resultierenden Kl\u00e4nge aktivieren die nat\u00fcrlichen Resonanzt\u00f6ne des Raumes. Die Installation ist in Klang und Raum selbstreflexiv und erweist durch eingeflochtene Zitate von Jerry Hunt einigen sozialen und verbraucherorientierten musikalischen Ideen besondere Referenz.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Monahan in Berlin<br \/>\n<\/strong>Die in den vergangenen dreizehn Jahren entstandenen Projekte von Gordon Monahan sind eng mit den subkulturellen Entwicklungen in Berlin verkn\u00fcpft. Wie kaum ein anderer nutzte er die Offenheit und die Freir\u00e4ume im urbanen Raum f\u00fcr seine k\u00fcnstlerische Produktivit\u00e4t. So sind seine Konzepte und Arbeiten, die in Kooperation mit vielen verschiedenen K\u00fcnstlern (u.a. Laura Kikauka) entstanden, Teil der Berliner Nachwendegeschichte und Teil einer Entwicklung, die sich einer Emanzipation von Musik im Zwischenfeld aller Genres und Gattungen verschrieben hat.<\/p>\n<p>Die aktive Zeit Monahans in Berlin, die mit Versteigerungen gefundener ostdeutscher Technologien im <em>Glowing Pickle<\/em> (Pavillon Brunnenstra\u00dfe, 1993-1995) begann, setzte sich in den best\u00fcrmten Abenden im <em>Schmalzwald<\/em> (Prater und Schlegelstra\u00dfe, 1996-2000) sowie unvergesslichen N\u00e4chten mit seiner Band <em>Fuzzy Love<\/em> und seinen Eins\u00e4tzen an der Hammond-Orgel und als S\u00e4nger fort. Auch die Unendlichkeit der <em>Exotic Trilogie<\/em> in den Subr\u00e4umen des <em>Eimer<\/em> in der Rosenthaler Stra\u00dfe anl\u00e4sslich des 10j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums der Freunde Guter Musik im Jahr 1993 war ein unvergessliches Ereignis mit einer Vielzahl von Cover-Versionen der Evergreens <em>Taboo<\/em>, <em>Caravan<\/em>, Qu<em>iet Village<\/em>. Ebenso unvergessen sind das eindr\u00fcckliche <em>Speaker Swinging<\/em> (1982), das Monahan 1992 in der Parochialkirche ebenfalls auf Einladung der Freunde auff\u00fchrte, wie auch die vielen Installationen mit vibrierenden Metallplatten oder hydraulisch betrieben Krakentieren an verschiedenen Orten der Stadt.<\/p>\n<p>Ein Projekt von Freunde Guter Musik Berlin e.V. gef\u00f6rdert durch Canada Council for the Arts und Initiative Neue Musik Berlin e.V. Mit freundlicher Unterst\u00fctzung der Museum &amp; Location Veranstaltungsgesellschaft mbh der Staatlichen Museen zu Berlin und der Botschaft von Kanada (Berlin).<\/p>\n<p><!--EndFragment--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01. &amp; 02.12.2005 Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof Museum f\u00fcr Gegenwart \u2013 Berlin Theremin in the Rain (2005) mit Francesca Noia und Vania Rovisco, Tanz Mit &#8222;Theremin in the Rain&#8220; schreibt der Kanadier und Wahlberliner Gordon Monahan sein Interesse an hybriden Formaten fort: zwischen Performance und Klangkunst, Technologie und menschlicher Handlung, Perfektion und Imperfektion. Mit einzigartigem Humor gelingt es Gordon Monahan, zwischen den Polen zu vermitteln, technische Ger\u00e4tschaften mit einer haptisch-sinnlichen Ebene zu versehen und die Grenzen in Richtung popul\u00e4rer Musiken k\u00fcnstlerisch-konzeptuell aufzul\u00f6sen. 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