Morton Feldman

22.07.2001
Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof

The Abstract Experience
Philipp Vandre – Klavier
Einführung: Volker Straebel

Morton Feldman (1926-1987) wird heute zumeist mit seinen späten, oft mehrstündigen, sanft repetitiven Kammerwerken identifiziert. Weniger bekannt ist Feldmans frühes Schaffen der 1950er Jahre, das bald den Vorbildern des Lehrers Stefan Wolpe und des Mentors John Cage entwuchs und eine ebenbürtige ästhetische Position begründete. Legendär sind die Konzerte, die in dieser Zeit der Pianist David Tudor mit Werken der sogenannten New York School, John Cage, Morton Feldman, Earle Brown und Christian Wolff, aber auch Wolpe, Boulez und Stockhausen in New York gab.

Einige Klavierkompositionen Feldmans der 1950er Jahre gelangten später nicht zur Veröffentlichung. Erst 2000 gab der Berliner Musikwissenschaftler Volker Straebel eine kritische Edition des frühen Klavierwerkes heraus, die auch die zuvor nur wenigen Spezialisten bekannten „Variations“ (1951), den Zyklus „Nature Pieces“ (1951) und die Nummern 3 und 4 der „Intermissions 1-6“ (1950-53) enthält.

Diese Stücke wird der Heidelberger Pianist Philipp Vandré nun erstmals in Berlin vorstellen. Sie sind eingebettet in ein Programm mit anderen Klavierwerken Feldmans aus den 50er Jahren, das von dem Kurzfilm „Jackson Pollock“ (1950-51) des Fotografen und Filmemachers Hans Namuth ergänzt wird. Die Filmmusik, die diese künstlerische Dokumentation über den abstrakten Expressionisten begleitet, stammt ebenfalls von Morton Feldman. Einen Kontrapunkt bildet schließlich Feldmans letzte Klavierkomposition, „Palais de Mari“ (1986). Sie belegt die Entwicklung, die die bereits in den frühen Werken angelegten repetitiven Kompositionstechniken Feldmans genommen haben.

In Zusammenarbeit mit Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart – Berlin. Gefördert durch Initiative Neue Musik Berlin e.V.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

Comments are closed.