Charlemagne Palestine, Jessica Ekomane

Broken Music Vol. 2_Live

Samstag, 22.4.2023, 20.30 Uhr

 

Jessica Ekomane
Multivocal – Quadraphonic Live Performance

Jessica Ekomane ist eine in Frankreich geborene und in Berlin lebende elektronische Musikerin und Klangkünstlerin. Ihre Praxis entfaltet sich rund um Live-Performances und Installationen. Sie schafft Situationen, in denen der Klang als transformatives Element zwischen Raum und Publikum wirkt. Ihre quadrophonen Performances, die sich durch ihren physischen Affekt auszeichnen, suchen eine kathartische Wirkung durch das Zusammenspiel von Psychoakustik, der Wahrnehmung von rhythmischen Strukturen und dem Austausch von Geräusch und Melodie. Ihre sich ständig verändernden und immersiven Klanglandschaften basieren auf Fragen wie der Beziehung zwischen individueller Wahrnehmung und kollektiver Dynamik oder der Erforschung von Hörerwartungen und deren gesellschaftlichen Wurzeln.

In ihrer quadrophonischen Konzertinstallation Multivocal entfaltet sie ein vielstimmiges Labyrinth, das sowohl den Körper als auch den Geist anspricht – eine generative Auseinandersetzung mit Rhythmus und Raumwahrnehmung. Auf die vier Lautsprecher wird jeweils ein gleichmäßiger Rhythmus übertragen, der völlig statisch ist. Gleichmäßige Pulse mit einer Millisekunde Tempodifferenz beginnen gemeinsam zu schlagen, gehen dann langsam in organische Phasen über und entwickeln sich ständig verändernde rhythmische Muster, bis sie schließlich zum Unisono zurückkehren. (Foto: Camille Blake)

 

Charlemagne Palestine
Strumming Music – Piano solo

Charlemagne Palestine ist ein Alchemist der Klangfarben und vibrierenden Texturen. Er wurde geprägt durch seine frühen musikalischen Erfahrungen als Sänger und später als Kantor in der Synagoge. Schon mit 16 Jahren spielte er das Carillon der Episkopalkirche St. Thomas in New York. Früh begann er, eine eigene Spieltechnik für die Tasteninstrumente Carillon, Orgel und Klavier zu entwickeln – „Strumming“, das schnelle und polymetrische Repetieren von Tastenanschlägen, aus dem mächtige, flirrende Klangwolken mit extrem reicher und variabler Fülle an Obertönen und Schwebungen entstehen. Diese unmittelbar physische Qualität des Klanges türmt sich auf in seiner berühmten, vielfach aufgeführten Strumming Music für Piano solo, die 1974 auf einer legendär gewordenen LP gleichen Namens erstmals veröffentlicht wurde. Palestine spielt Strumming Music auf einem großen Konzertflügel, am liebsten auf einem Bösendorfer Imperial. Die etwa 50-minütige ekstatische, packende Improvisation ist ein unaufhörlicher Fluss wiederholter Akkorde, aus denen schillernde spektrale Cluster und dichte, dauernd changierende, quasi organische Klangstrukturen wachsen. Diese ekstatische musikalische Sprache befindet sich seitdem in einem ständigen Transformationsprozess, den Palestine auch als eine spirituelle Evolution begreift. Als bildender Künstler ist Charlemagne Palestine besonders durch seine Installationen mit Plüschtieren bekannt geworden. Sie begleiten ihn auch bei seinem Auftritt in Berlin. (Foto: Agnes Gania)

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